Die Diagnose Krebs ist nach wie vor eine Erschütterung und tiefe Verletzung für viele Betroffene – aber auch für Ihr Umfeld, die Familie, Freunde und Partner. Krebs stellt eine unerwartet mit Wucht treffende Verletzung der persönlichen Integrität – Körper und Seele – dar, kann aus der Bahn werfen, verändert das Jetzt-Erleben und die Zukunftsperspektiven, da mit dieser Diagnose die Angst vor Tod und Leiden verbunden ist.

Die gynäkologische Onkologie, das medizinische Fachgebiet für die Behandlung von Brustkrebs und Tumoren der weiblichen Genitalorgane, hat sich in den zurückliegenden Jahren verändert. Stand noch vor wenigen Jahrzehnten die Behandlung des Krebses, der bösartigen Zellen im Vordergrund, so heutzutage der ganze Mensch (mit Krebs) und sein Umfeld im Mittelpunkt der Behandlung. Dies erfordert ein viel umfassenderes Menschenbild und hat die Krebstherapie um viele Facetten erweitert.
Unverändert haben die klassischen Therapiemodalitäten ihre Aufgaben: durch Operation oder Strahlentherapie gilt es den Krebs zu entfernen oder abzutöten; durch Chemotherapie werden die Krebszellen über den Blutweg angegriffen; mit Hormon-, Immun, und tumorbiologisch gezielten Therapien werden spezifisch Krebszellen in Entwicklung und Wachstum gehindert und das eigene Immunsystem beim Kampf mit den Krebszellen unterstützt.
Wenn das Bekenntnis zur ganzheitlichen Behandlung von Krebs betroffener Menschen und deren Familien ernst genommen wird – und das tun wir – gehören neben er klassischen Krebsmedizin mannigfaltige weitere unterstützende Maßnahmen zum Behandlungskonzept. Dies umfasst die mehr auf den Körper fokussierten Ansätze, wie z. B,. Physiotherapie, Schmerztherapie, oder Ernährungsberatung, die mehr auf die Seele fokussierten Ansätze wie z B. Psychoonkologie (Einzel- und Gruppengesprächsangebote, Musiktherapie, Tanztherapie, Visualisierungen und deren Kombinationen) und mehr auf den Patienten und sein Umfeld fokussierte Ansätze wie z. B. Sozialberatung, Informationsgruppen, Angehörigengruppen inklusive psychoonkologische Familienbetreuung.


Daneben ist eine kontinuierliche Beratung und Begleitung durch den Behandlungsweg erforderlich, sowohl professionell i. S. eines Lotsen, wie es z. die Breast Care Nurse oder die Pelvic Care Nurse ist, als auch durch engagierte, geschulte ihrerseits auch begleitete Patientinnen-Unterstützer (Patienten-Initiativgruppe).
Ein solch umfassendes Konzept, dass einerseits von Entwicklung medizinischer Innovationen bis zur Angehörigenberatung reicht, lässt sich in einem derzeit noch auf Kosten und Ökonomisierung ausgerichteten System nicht verwirklichen. Hierfür wurde LET’S GO e. V. gegründet, ein gemeinnütziger Verein engagierter Menschen, „Profis“ und Patientinnen bzw. deren Angehörige, die sich zur Aufgabe gemacht haben eine Utopie Wirklichkeit werden zu lassen. Viele Beispiele in der Geschichte zeigen, wie das Engagement weniger letztlich selbst übergroß erscheinende Hürden überwinden konnte – machen auch Sie mit – packen wir es an: LET’S GO!