Behandlung
Standardbehandlung von Vorstufen ist in den meisten Fällen eine Abtragung mit dem CO2-Laser.

Da hierbei das Gewebe verdampft wird, also nicht mehr feingeweblich untersucht werden kann, sind vorherige Biopsien besonders wichtig. Nur wenige Vorstufentypen sollten komplette ausgeschnitten werden, was zu mehr Narben und Gewebeverziehungen führen kann.

Die oberflächliche Therapie mit Iniquimod kann experimentell wirksam sein, führt jedoch bei vielen Betroffenen zu deutlichen Beschwerden.

In das Gewebe einwachsende Krebserkrankungen werden standardmäßig operiert. Hier sin immer auch die Lymphabflußwege in den Leisten zu betrachten. Ähnlich wie beim Brustkrebs kann auch hier die Abklärung des Wächterlymphknotens (Sentinel) zu geringeren Nebenwirkungen wie die radikale Lymphknotenentfernung führen.

Da ein Wiederauftreten des Vulvakarzinoms in der Leiste mit besonders ungünstiger Prognose verbunden ist, sollte der Behandlung der Lymphknoten besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Experten empfehlen bei umschriebenen Tumoren eine Lokale Radikale Operation am Genitale, deren Ziel eine komplette Entfernung mit allseitiger schmaler Sicherheitszone von 3 mm sein sollte. Ausgedehnte Operationen können bei multifokalen oder großen Tumoren notwendig sein. Dann sind häufig auch lokale Defektdeckungen mittels Lappenplastiken indiziert.
Sitzt der Tumor nahe an wichtigen Strukturen wie Klitoris oder Harnröhrenmündung, kann mit der Patientin ein individuelles operatives Konzept besprochen werden, dass kleinere Sicherheitszonen als 3 mm erlaubt, allerdings unter der Maßgabe von engmaschiger Nachkontrolle und einem erhöhten Lokalrezidivrisiko.

Bei fortgeschrittenem Lymphknotenbefall kann eine postoperative Bestrahlung der Leiste indiziert sein, bei knappen Schnitträndern auch eine Bestrahlung des Genitale.

Fortgeschrittene Krebserkrankungen, insbesondere solche mit Befall des Afters und des Schließmuskels, werden in der Regel mit einer Kombination aus Bestrahlung und unterstützender Chemotherapie behandelt.